Der Verband der Deutschen Fruchtsaftindustrie meldet heute:
Wer freut sich nicht über einen schönen sonnigen Tag. Doch leider bringt die Sonne nicht nur Wärme und gute Laune, sondern auch ultraviolette Strahlung: kurz UV-Licht. Auf die Haut treffen eben auch langwellige UV-A und kurzwellige UV-B-Strahlung. Diese sind Schuld an Sonnenbrand, Sonnenallergie und Hautalterung. Außerdem wird durch die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko erhöht. Kurzwellige UV-B-Strahlung verursacht zudem Schäden im Erbgut, Entzündungen und beschleunigte Hautalterung, die auch Photoaging genannt wird. Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass Ellagsäure, ein sekundärer Pflanzenstoff, die Haut vor Faltenbildung und Entzündungen schützen kann.
Ellagsäure kommt vor allem in Beeren und Nüssen vor. Die durchschnittliche Aufnahmemenge liegt bei ca. 6 mg Ellagsäure/Tag. Einen besonders hohen Gehalt weisen Brombeeren mit mehr als 2000 mg/kg auf. Unter den Fruchtsäften enthält Granatapfelsaft die höchsten Konzentrationen an Ellagsäure in Form ihrer Vorstufen, der Ellagtannine. Nach dem Trinken wird Wasser an die freien Ellagtannine gebunden und es entsteht Ellagsäure.
Für eine Studie haben die Forscher im Labor menschliche Hautzellen 24 Stunden lang einer UV-B-Bestrahlung ausgesetzt. Haut, auf die vorher der sekundäre Pflanzenstoff Ellagsäure aufgetragen wurde, war deutlich besser geschützt als nicht behandelte Haut. Die Funktionsfähigkeit menschlicher Hautzellen blieb trotz 24-stündiger UV-B-Strahlung erhalten. Durch die Anwendung von 10 Mikromol/l Ellagsäure blieb die Haut auch vor frühzeitiger Alterung geschützt: Unter UV-B-Bestrahlung entsteht in der Haut normalerweise ein Enzym, das Kollagen abbaut und so zur Hautalterung beiträgt. Ellagsäure konnte in der Untersuchung die Bildung dieses Enzyms und damit den Abbau von Kollagen verhindern.
Auch an haarlosen Mäusen haben die Forscher die Wirkung von Ellagsäure getestet. Tiere ohne Behandlung mit Ellagsäure zeigten nach 8-wöchiger UV-B-Strahlung deutliche Folgen: Ihre Haut wies Falten auf und wurde grob und schuppig. Gleichzeitig nahmen die Hautentzündungen merklich zu. Bei Mäusen, denen täglich 10 Mikromol/l Ellagsäure aufgetragen wurde, zeigte die Haut weniger Entzündungsreaktion, blieb deutlich glatter und bildete weniger Fältchen.
Insgesamt gelang es durch das Auftragen von Ellagsäure sowohl menschliche als auch tierische Haut vor UV-B-Schäden zu schützen. Dieser Schutz wird auf zweierlei Weise erreicht: Zum einen über den Schutz des Bindegewebes, indem Ellagsäure die Produktion eines kollagenabbauenden Enzyms vermindert, zum anderen, indem sie Stoffe reduziert, die in der Haut Entzündungen anregen. Bisher war von Ellagsäure vorwiegend im Zusammenhang mit dem Schutz vor diversen Krebserkrankungen die Rede. Der UV-Schutz hingegen ist neu.
Es stellt sich die Frage, ob wir uns nun zukünftig statt mit Sonnencreme mit Granatapfelsaft einreiben. Die Autoren dieser Studie gehen jedoch von der Möglichkeit aus, dass auch über die Nahrung aufgenommene Ellagsäure vor Photoaging schützen kann. Da Ellagsäure jedoch recht zügig aus dem Organismus ausgeschieden wird, wäre in diesem Fall eine regelmäßige Zufuhr notwendig.
Quellen:
Bae et al. (2010): Dietary compound ellagic acid alleviates skin wrinkle and inflammation induced by UV-B irradiation. Experimantal Dermatology 19: e182-e190.
Watzl B & Leitzmann C (2005): Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, 3. unveränderte Auflage, Hippokrates Verlag, Stuttgart.
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